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Anfänge


Am 1. Juni 1953 gibt es insgesamt 2.292 Fernsehteilnehmer, aber nur einen Tag darauf schauen sich 100.000 Bürger der Bundesrepublik die Krönung der britischen Königin Elizabeth II. an. Ein spannendes Erlebnis für ganz Europa.

Die Krönung Elizabeths II. im Jahr 1953

Quelle: Die Abbildung der Titelseite der "Illustrierten Film-Bühne" erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages für Filmschriften, Christian Unucka.
Anlässlich der Krönung Elizabeths der II. wurde 1953 auch ein dokumentarischer Kinofilm hergestellt, zu dem dieses Programmheft erstellt wurde, Quelle: Die Abbildung der Titelseite der "Illustrierten Film-Bühne" erfolgt mit freundlicher Genehmigung des

1952 stirbt König Georg VI. von England. Ein Jahr darauf folgt die Krönung von Königin Elizabeth II.. Im Herbst des selben Jahres gibt es bereits erste Kontakte zwischen der British Broadcasting Corporation (BBC) und den Rundfunkanstalten der Niederlande, Belgien und Frankreichs, mit der Absicht, andere Länder des Kontinents an einer Live-Übertragung der Krönung teilhaben zu lassen.

 

Am 17. Januar 1953 teilt auch Werner Nestel, der technische Leiter des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) in Hamburg allen beteiligten Ländern mit, dass sein Sender bereit sei, in die Versuchsphase einzutreten und an den Übertragungen teilzunehmen (vgl. Degenhardt/Strautz, S. 35). Jetzt steht der multilateralen Programmausstrahlung nichts mehr im Wege.

 

Bei den Vorbereitungen räumen Techniker und die Fernsehanstalten alle technischen, rechtlichen und politischen Probleme aus dem Weg. Insbesondere Marcel Bezençon setzt sich bei den Vorbereitungen dafür ein, dass das Netzwerk nach der Übertragung erhalten bleibt.

 

Am 2. Juni 1953 ist es so weit. Mit der Live-Übertragung wird das „Fenster zur Welt“ geöffnet: Die Zuschauer erleben in ihren Wohnzimmern oder in Gaststätten, wie Bilder lebendig über Landesgrenzen hinweg transportiert werden. Die Übertragung aus England findet in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland statt. Sie ist die erste Generalprobe für die Eurovision und für viele Fernsehzuschauer ein ganz besonderer Anlass. Die Bildergalerie und das folgende Video zeigen Ausschnitte des unvergesslichen Ereignises in der Fernsehgeschichte.

Die Eurovisionswochen im Jahr 1954

Nur drei Monate nach der Krönung werden bei einer Konferenz in London die Erfahrungen der Live-Berichterstattung zusammengetragen und ausgewertet. Veranstalter dieser Konferenz ist die von Marcel Bezençon gegründete Studiengruppe, die eine Institutionalisierung im Rahmen der EBU mit einem europäischen Austausch anstrebt. Die Teilnehmer der Veranstaltung einigen sich, im Sommer 1954 eine internationale Übertragungsserie durchzuführen.

 

Die vom 6. Juni bis 4. Juli 1954 in Genf veranstalteten Eurovisionswochen beginnen mit einer einstündigen Übertragung  (15.30 bis 16.30 Uhr) des Narzissenfestes von Montreux. Ferner werden zehn Spiele der in jenem Jahr stattfindenden Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz und neun Programme der acht Teilnehmerstaaten (Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Holland, Italien, Schweiz, Deutschland) übertragen (vgl. Staatsarchiv Hamburg, Bestand 621/144, Akte 1789).

 

Die Zuschauerreaktionen auf die Eurovisionswochen sind durchaus positiv. Die durchschnittliche Sehbeteiligung liegt bei 70% und die Sehbeteiligung schwankt zwischen acht bis neun Personen pro Fernsehgerät (vgl. Staatsarchiv Hamburg, Bestand 621/144, Akte 1789).