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Schnitzler, Karl Eduard von


* 28.04.1918 in Berlin 

† 20.09.2001 in Zeuthen

 

Karl Eduard von Schnitzler, im Volksmund auch "Sudel-Ede" genannt, ist Journalist, Chefkommentator des DDR-Fernsehens und Moderator.

Ehemaliger BBC-Mitarbeiter wird zum Mitbegründer des NWDR

Als er 1944 in Britische Kriegsgefangenschaft gerät, erkennen die Briten sein Talent und sezten ihn umgehend als Mitarbeiter der British Broadcasting Corporation (BBC) in der Deutschlandabteilung ein. Aufgrund seiner Erfahurngen bei der BBC beginnt er am 01. Januar 1949 beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR). Schnitzler wird Leiter der politischen Abteilung sowie stellvertretender Intendant. Damit ist er maßgeblich am Aufbau des NWDR in Köln beteiligt.

Die Krise der liberalen Personalpolitik und ihre Auswirkungen

Im Sommer 1946 trifft Intendant Burghardt der CDU-Vorwurf "marxistischer Programmgestaltung". Der Begriff "Rotfunk" wird zum wohlfeilen Etikett des NWDR, in Hamburg wie in Köln. Die "Krise der liberalen Personalpolitik" (Wolfgang Jakobmeyer) erreicht auch Schnitzler: er verliert seinen Kölner Posten an Walter Steigner (SPD) [1983 verstorben], heute Intendant der Deutschen Welle, und darf nur noch als "Chefkommentator" unter Kuratel in Hamburg arbeiten. Am 30. Juni 1947 ist seine Karriere beim NWDR beendet, Schnitzler lässt in einer Erklärung gegen seine Entlassung verlauten, sie sei  mit seiner "sozialistischen, auf dem historischen Materialismus basierenden, an keine Partei gebundenen Überzeugung" begründet. 

Fernsehkarriere in der DDR

1947 übersiedelt Schnitzler aus dem Westen in die Sowjetische Besatzungszone und macht dort rasch Karriere. 1948 wird er Mitarbeiter des Berliner Rundfunks und Mietglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). 1952 übernimmt er die Leitung der Kommentatorengruppe des Staatlichen Rundfunkkomitees und wird dann Chefkommentator des DDR-Fernsehens. 1958 gibt er die Sendeleitung ab und konzentrierte sich ganz auf seine Aufgaben als Fernsehkommentator. Treffpunkt Berlin heißt seine Politsendung. In insgesamt 1.519 Sendungen polemisiert sich Schnitzler in die Herzen der Genossen und Genossinnen - wobei er im "imperialistischen Westen" ähnliche Zuschauerzahlen erreicht wie in der DDR. 

Karl-Eduard von Schnitzler stirbt im Alter von 83 Jahren in Zeuthen an den Folgen einer Lungenentzündung.

(vgl. Halefeld (1951))

 

Auszeichnungen:

  • Ernst Moritz Arndt Madaille (1955)
  • Nationalpreis der DDR 2.Klasse (1956)
  • Väterländischer Verdienstorden in Bronze (1964)
  • Banner der Arbeit (1968)
  • Väterländischer Verdienstorden in Gold (1988)
  • Karl-Marx-Orden (1988)