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Wieben, Wilhelm


Wilhelm Wieben ist ein deutscher Nachrichten-sprecher, Schauspieler und Autor. Von 1973 bis 1998 arbeitet er als Sprecher bei der Tagesschau.

Der talentierte Mister Wieben

Wilhelm Wieben beginnt eine Kellnerlehre, bricht sie ab und tritt eine Ausbildung zum Verwaltungsangestellten an. Doch bald hegt er den Traum von der Schauspielerei und spricht mit 22 Jahren an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin vor. Die Schauspielschule nimmt ihn an und er studiert dort für drei Jahre. Dank seinem Talent wird ihm ein Stipendium zugesprochen. Die Spracherzieherin an der Schauspielschule empfiehlt Wilhelm Wieben an den Radiosender Freies Berlin, wo er kleinere und größere Rollen übernimmt. 1960 schickt er eine Sprechprobe zu Radio Bremen. Dort bleibt er 14 Jahre und moderiert unter anderem Unterhaltungssendungen.

Anfänge bei der Tagesschau

"Ich habe nie ein Ziel gehabt. Und wenn, dann ist meist nichts draus geworden." (Gong, 23. Juni 1973), sagt Wilhelm Wieben. Und doch schafft er es 1966 als Off-Sprecher ins Hamburger Tagesschau-Team. Auf dem Bildschirm erscheint er erstmals 1972 als Nachrichtensprecher. Zunächst sagt er die Tagesschau-Sendungen um 10:00 Uhr und 13:00 Uhr an.

Der Ritterschlag: Wieben verliest die 20 Uhr Ausgabe

Am 5. Mai 1974 folgt der ARD-Ritterschlag: Wilhelm Wieben spricht zum ersten Mal die Hauptausgabe der Tagesschau um 20:00 Uhr. "Ich habe mir das langsam, ohne viel Heckmeck aufgebaut. Die lange Anlaufzeit war wichtig." (Hör Zu, 24. März 1973), sagt Wieben später dazu. Wieben, der sich zur Konfirmation noch weigerte eine Krawatte zu tragen, ist bei seinen Zuschauern für seinen geschmackvollen Kleidungsstil, seine Souveränität und Seriösität bekannt.

Abschied bei der Tagesschau auf leisen Sohlen

Am 29. Juni 1998 spricht Wilhelm Wieben zum letzten Mal die Nachrichten bei der Tagesschau. Sein Abschied erfolgt still und unauffällig: Weder die Kollegen aus dem Tagesschau-Studio noch die Zuschauer sind eingeweiht. Seine beliebteste Ansage? Als die gesamte Fußball-Nation wochenlang im Taumel liegt und Wieben seriös verliest: "Die Bundesrepublik ist heute Fußball-Weltmeister geworden."(Hauptsrasse, 22. August 1974)