Ein Herz und eine Seele


Keine Familienidylle. Dafür jede Menge Überspitzungen. Eine TV-Satire flimmert über den Bildschirm nach britischem Vorbild.

Die Anfänge

Die bundesweite Premiere von Ein Herz und eine Seele findet am 31. Dezember 1973 in der Arbeitsgemeinschaft  der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) statt. An diesem Tag wird die zwölfte Folge Silvesterpunsch ausgestrahlt, die mittlerweile zum Silvesterritual gehört wie Dinner for one. Die Serie basiert auf dem britischen Vorbild Till Death Do Us Part, von der die Rollennamen adaptiert sind. Innerhalb eines Jahres erhält die Serie Kultstatus - mit ihr der Hauptdarsteller Heinz Schubert, der die Rolle des Ekel Alfred spielt. In der Serie werden tagesaktuelle Ereignisse miteingebracht und auf komischer Ebene thematisiert und diskutiert. Das ist möglich, da der Autor Wolfgang Menge erst am Tag der Ausstrahlung die Folge vor Live-Publikum aufzeichnet.

Die Komik der Geschicht

Film-Uraufführung in der "Kurbel am Jungfernstieg": Die Schauspieler Peter Kern und Diether Krebs (hinten) stellen ihren neuen Film "Tollkühne Penner mit Bettelsack und Cadillac" vor. Gruppe "Die Penner" (hinten). 27.01.1971, Quelle: Staatsarchiv ©Contipress (68387)
Diether Krebs. Quelle: Staatsarchiv ©Fernsehmuseum Hamburg e.V.

Bis 1976 werden insgesamt 25 Folgen ausgestrahlt. Die komischen Elemente bestehen darin, dass Ein Herz und eine Seele kein Familienidyll darstellt, sondern gesellschaftskritische Charaktere hat und sich damit an die Realität ranwagt. Hauptcharakter Alfred, stellvertretend für die Gesellschaft, diskutiert über Homosexualität, Ausländer, Sozialdemokraten und Kommunisten. Ein Spiegel der Gesellschaft.