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Ab 1980er - Kabarett, Comedy & Sitcom


Einführung des Dualen Rundfunks begleitet durch Ulk und Blödeleien

Die Einführung des Dualen Rundfunks wird begleitet von Ulk und Blödeleien im deutschen Fernsehen. Qualitativer Fernsehhumor ist eine Fehlanzeige.

 

Die zweite Hälfte der 1980er Jahre ist durch eine starke Veränderung des Unterhaltungsbegriffs geprägt, die nicht zuletzt von der Einführung des Dualen Rundfunks herrührt. In diese Zeit lässt sich auch die zunehmende Verwendung des Begriffs Comedy ansiedeln. Statt niveauvollem, qualitativem, charmant geplaudertem Fernsehhumor bestimmen fortan Nonsense, Parodie, Satire, Klamauk die Fernsehunterhaltung.

Ko-Existenz von Kabarett und Comedy

Das sinkende Niveau der Fernsehunterhaltung bedient die niederen Instinkte der Zuschauer. Laut Hickethier würden durch Sendungen wie Pleiten, Pech und Pannen, mithilfe einer versteckten Kamera, "Anzüglichkeiten, Bloßstellungen, Lächerlichmachen (...) zum Unterhaltungsprinzip". Die klassische, geistvolle, gesellschaftskritisch-politisch motivierte Komik, in Form des Kabaretts, hingegen ist strikt von der Comedy zu trennen. Klassisches Kabarett und Comedy existieren nun nebeneinander.

Comedy-Boom

In den 1990er Jahren ist die Geburtsstunde des Comedy-Booms. Besonders die kommerziellen Sendeanstalten haben ihre Publikumserfolge der Fernsehkomik zu verdanken. Damit einhergehend ist der hohe Bedarf an schnellem, einfach und billig herzustellendem Material, das vor allem junge Menschen ansprechen soll. Besonders die hohen Einschaltquoten junger Zuschauer machen Comedy für die Sender so attraktiv. Statt auf politisch-geschärfte Parodie und Satire setzt das Spaßfernsehen der 1990er Jahre auf Schrilles, Skurriles und Sexualität. Außerdem richtet sich der deutsche Fernsehhumor zunehmend an britischen und amerikanischen Formaten wie den sogenannten Sitcoms aus.