Bildergalerie

Klassiker


Obwohl das Ohnsorg Theater bereits viele Jahre vorher besteht, sind es die Fernseh-Übertragungen, die das Volkstheater in ganz Deutschland berühmt machen. Vor allem die ersten Stücke werden zum Straßenfeger und gelten als Kult-Klassiker.

Seine Majestät Gustav Krause

Am 3. Januar 1954 feiert das Stück Seine Majestät Gustav Krause von Eberhard Foerster im Ohnsorg-Theater Premiere. Dass dieses Bühnenwerk das Hamburger Volkstheater zum wohl bekanntesten in ganz Deutschland machen würde, ist zu diesem Zeitpunkt wohl kaum jemanden bewusst. Zwei Monate nach der ersten Aufführung wird das Stück unter der Regie von Hans Mahler zum ersten Mal im Fernsehen übertragen und legt somit den Grundstein für etwa 230 weitere Übertragungen.

 

Auf engstem Raum präsentieren Heidi Kabel, Walter Scherau, Hilde Sicks, Heinz Lanker, Erwin Wirschaz, Margund Drogand, Karls-Heinz Kreienbaum und Otto Lüthje die Geschichte des Pferdehändlers Gustav Krause. Der einst einfache Mann, gespielt von Walter Scherau, wird wohlhabend und kann seine Zuneigung zwar seinen Tieren zeigen, allerdings nicht seiner Frau und Kindern. Erst als sein ältester Sohn und ebenfalls Pferdeliebhaber aus Amerika zurückkehrt, kann dieser zwischen Vater und Familie  vermitteln. 

Opa wird verkauft

Nur sechs Jahre nach der ersten Live-Übertragung des Ohnsorg-Theaters wird am 22. April 1961 das Stück Opa wird verkauft (Premiere am 29. Januar 1961) auf Missingsch im Fernsehen übertragen. In der deutschen Volkskomödie mit dem Originaltitel Der verkaufte Großvater von Anton Hamik hat Edgar Bessen seinen ersten Live-Auftritt als Sohn des Bauern Kuhlenkamp, gespielt von Heinz Lanker. Dieser erhält von dem Nachbar-Bauern Fiesebarg das Angebot, seinen Vater für 1000 Mark zu verkaufen. Opa Kuhlenkamp, deren Rolle Henry Vahl übernimmt, ist ein frecher alter Mann, der nicht zu verlegen ist, eine Menge Streiche zu spielen. So legt er zum Beispiel der Magd eine tote Maus ins Bett.

 

Eigentlich scheint die Idee für Bauer Kuhlenkamp recht praktisch, schließlich wäre er den nervigen Großvater los, würde gleichzeitig Geld verdienen und sein Sohn bekäme Fiesebargs Tochter Eva zur Frau. Nach einigem Überlegen kommen ihm jedoch Zweifel, warum der Nachbar so viel Geld für einen Opa ausgeben sollte. Letztendlich kommt Großvater Kuhlenkamp dem Erbschleicher Fiesebarg jedoch auf die Schliche und alles nimmt ein gutes Ende.

Tratsch im Treppenhaus

Henry Vahl als Hauswirt in Tratsch im Treppenhaus, Quelle: Staatsarchiv Hamburg (Link zur Galerie "Tratsch im Treppenhaus")

Es ist der Klassiker im Ohnsorg Theater schlecht hin: Tratsch im Treppenhaus. Am 4. August 1962 erstmals übertragen, wird das Stück im Laufe der Zeit zu der meist gezeigten Ausstrahlung. Vor allem Heidi Kabel wird als Meta Boldt, der im Hause des Schlachtermeisters Tramsen nichts entgeht, berühmt.

 

Meta ist sich überaus sicher, dass es im Haus noch chaotischer zuginge, würde sie nicht den Hauswirt über alle Neuigkeiten informieren. Sie lauert ständig an der Tür und guckt nur zu gerne bei anderen Mietern durchs Schlüsselloch. Die anderen Bewohner jedoch bekommen von ihrem Spielchen Wind und drehen den Spieß einfach um.

 

An Heidi Kabels Seite spielen in diesem Stück ebenfalls Henry Vahl, Erna Raupach-Petersen, Gisela Wessel, Edgar Bessen, Ernst Grabbe und Heinz Lanker.