Die Auslandsexperten


Queen Elisabeth II. und Peter v. Zahn/ Die Abbildung der Titelseite der "Illustrierten Film-Bühne" erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlages für Filmschriften, Christian Unucka.
Quelle: Staatsarchiv Hamburg

Die Krönung Queen Elisabeths II. lockt Tausende vor die deutschen Fernseher und eine regierungsfinanzierte Berichterstattung soll das Amerikabild der Deutschen beeinflussen. Kommentatoren und Berichterstatter wie Werner Baecker und Peter von Zahn werden zu sogenannten Auslandsexperten.

 

Erste Live-Berichterstattung im NWDR

 

Die Krönung von Queen Elisabeth II. im Juni 1953 lockt tausende Schaulustige und Monarchie-Fans an die Fernsehapparate Deutschlands und Europas. Etwa 100.000 deutsche Zaungäste sind in London vor Ort dabei, darunter auch der Bundeskanzler Konrad Adenauer, der die Krönung seiner "Kollegin" im Kreise seines Kabinettes verfolgt. Erstmalig im Nordwestdeutschen Fernsehen (NWDR) wird live von einem Großereignis, wie der Krönung der Queen, berichtet.

 

Die Kommentatoren der Krönung

 

Kommentatoren, wie Udo Langhoff oder Werner Baecker, sitzen in Köln vor dem Bildschirm und kommentieren das Geschehen in der Westminster Abbey. Schaufenster und Kneipen werden zu Treffpunkten, der noch fernsehlosen Bundesbürger. Als um 12.33 Uhr der Erzbischof von Cantebury Elisabeth die Krone aufs Haupt legt, hört man erleichtert den Ruf "God save the Queen". 

 

Die Eisenhower-Ära im deutschen Fernsehen - Auslandsberichterstattung

 

Im Oktober 1955 öffnet ein anderes bekanntes Gesicht das "Fenster zur Welt" für die Deutschen. Peter von Zahn, der zuvor durch seine markante Radio-Stimme beim NWDR-Hörfunk bekannt geworden ist, moderiert von nun an aus Washington einmal im Monat seine Sendung Bilder aus aller Welt und führt die Zuschauer in eine andere, neue Welt.

 

Die meißten kennen die USA bis dahin nur aus dem Kino. Die Traum-Bilder von James Dean und Grace Kelly mischen sich in den Köpfen mit ganz realen Ereignissen die Von Zahn berichtet. Die Sendung dreht sich zunächst um das Leben in der neuen Welt und die Unterschiede zu Deutschland. Während die deutsche Frau noch mit der Hand die Wäsche wäscht, bestaunt sie die vollautomatisierte Küche der amerikanischen Hausfrau im Fernsehen: die Waschmaschiene, den Geschirrspüler oder den Elektro-Bratherd. Den Deutschen erscheint die Lebensart der Eisenhower-Ära wie ein heiteres Versprechen einer besseren Zukunft, bedingt durch das Wirtschaftswunder.

 

Aus amerikanischen Regierungsgeldern finanzierte Berichterstattung

 

Die aus Regierungsgeldern finazierte United States Information Agency zahlt die Produktionskosten der Sendung (in der Hoffnung, das deutsche Amerikabild positiv zu beeinflussen) und der NWDR weiterhin das Gehalt seines Reporters. Als Peter v. Zahn von den Rassenunruhen in den Südstaaten berichtet, kürzt die amerikanische Regierung die Gelder. Doch Peter v. Zahn bleibt weiterhin erfolgreich und beliebt bei den Zuschauer und arbeitet auch in Zukunft beim NWDR.

 

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