Der Ausbau des Fernsehsendernetzes in Deutschland


Eine Zenti-Spiegel für Fernsehübertragungen wird für die Dezimeterübertragung vorbereitet. Quelle vom 28.01.1957: Staatsarchiv Hamburg © Fernsehmuseum Hamburg e.V.
Quelle: Staatsarchiv Hamburg

Während des Versuchsbetriebes des NWDR-Fernsehens gilt es die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, zum offiziellen Start des NWDR-Fernsehens Ende 1952 den Empfang des Programms in weiten Teilen Deutschlands zu ermöglichen.

 

Zunächst werden die Fernsehsender des NWDR in Hamburg, Hannover, Köln und Langenberg miteinander verbunden. Zu diesem Zweck werden auch zahlreiche Relaisstationen von der Bundespost eingerichtet, die das Fernsehsignal aufnehmen und verstärken.

 

Diese Weitergabe des Signals erfolgt in einem sehr viel höherem Frequenzspektrum, das von herkömmlichen Fernsehern nicht empfangen werden kann – dem Dezimeterbereich. Die Ausstrahlung des Signals auf einer Deziwelle erfolgt mittels einer Parabolantenne. Das ausgestrahlte Signal kann von solch einer Sendeantenne sehr genau auf die Empfangsantenne konzentriert werden. Das stark gebündelte Signal wird an einer Relaisstation mit einer weiteren Parabolantenne aufgenommen, verstärkt und weitergegeben. Auf diese Weise wird eine Relaisstrecke aufgebaut, auf der sich in Abständen von 40-60 Kilometern Relaisstationen befinden.

 

Allein zwischen den Standorten Hamburg und Köln müssen neun Relaisstationen zur Verstärkung des ankommenden Signals aufgebaut werden.

 

 

Nachdem am 25. Dezember 1952 der offizielle Sendestart des NWDR-Fernsehens erfolgt, beabsichtigt der NWDR, ein bundesweit einheitliches Programm auszustrahlen, also zukünftig kein Westberliner Programm zu produzieren.

 

Technische Schwierigkeiten machen diese Pläne jedoch zunächst zunichte. Nachdem die Sender Hamburg, Köln und Berlin Ende 1952 zusammengeschaltet werden, muss Berlin am 22. Januar 1953 wieder abgekoppelt werden. Die Distanz zwischen den Sendern in Berlin-Nikolassee und dem Sender Höhbeck nahe der Grenze zur DDR im Dannenberger Raum erweist sich als zu groß.

 

Karte der Fernsehsendeanlagen in Norddeutschland - Stand Ende 1962. Quelle: Staatsarchiv Hamburg © Fernsehmuseum Hamburg e.V.
Quelle: Staatsarchiv Hamburg

Dies hat also zur Folge, dass die Hamburger zwar das Berliner Programm, die Berliner jedoch nicht das Hamburger NWDR-Programm sehen können. Die Berliner Abteilung des NWDR beginnt also ab dem 22. Januar 1953 wieder ein eigenes Programm zu produzieren, welches der Hamburger NWDR zeitweise übernimmt.

 

Im Herbst 1953 wird die Sendeleistung des Senders Dannenberg jedoch erhöht, so dass man nun ein einziges Programm über alle Sender ausstrahlen kann.

 

In den ersten Jahren des neuen deutschen Fernsehens wird kontinuierlich daran gearbeitet das bestehende Sendernetz weiter auszubauen, sämtliche Rundfunkanstalten Deutschlands über ein Leitungsnetz miteinander zu verbinden und mit der Errichtung von Lückenfüllsendern auch entlegene Gebiete der Bundesrepublik zu erreichen, um so eine annähernde Vollversorgung gewährleisten zu können.

 

Noch während dieser Arbeiten kündigt sich bereits eine neue anspruchsvolle Aufgabe für die Sendetechniker an: Der für den Anfang der 1960er Jahre geplante Start des zweiten deutschen Fernsehprogramms.