Technische Fakten zum Bildaufbau


Das Schwarzweiß-Bildsignal

Übertragung aus dem Fernsehstudio Lokstedt am 21.10.1953. Quelle: Staatsarchiv Hamburg
Übertragung aus dem Fernsehstudio Lokstedt am 21.10.1953. Quelle: Staatsarchiv Hamburg

Zur Wandlung eines Bildes in ein elektrisches Signal wird zunächst eine zweidimensionale Abbildung erzeugt. Das Bild entspricht einer flächigen Anordnung sehr vieler Leuchtdichtewerte, die sich zeitlich dauernd ändern.

 

Eine erste Reduktion im Bezug auf das Original ist bereits die Abbildung auf zwei Dimensionen, weiterhin wird die Bildinformation durch zeitliche und räumliche Quantisierung reduziert. Bei der zeitlichen Quantisierung ist eine Bildrate von ca. 20 Bildern pro Sekunde nötig, damit dem Auge Bewegungsvorgänge als fließend erscheinen.

 

Bildzeilen

Ü-Wagen für Schaubuden-Übertragung am 22./23.11.1958. Quelle: Staatsarchiv Hamburg
Ü-Wagen für Schaubuden-Übertragung am 22./23.11.1958. Quelle: Staatsarchiv Hamburg

Die Anzahl der Zeilen bestimmt die Auflösung und damit die Schärfe des Bildes. In vertikaler Richtung gilt: Zeilenzahl ist gleich Anzahl der vertikalen Bildpunkte.

 

Aufgrund der Forderung, dass die Auflösung einer Bildvorlage horizontal wie vertikal gleich gut sein soll, ergibt sich die Anzahl der benötigten horizontalen Bildpunkte zur Übertragung einer Schwarzweiß-Vorlage: Zeilenzahl mal Bildformat = 625 mal 4/3 = 833 Bildpunkte.

 

Damit ergibt sich auch die Gesamtzahl der Bildpunkte für ein Vollbild: 625 mal 833, was 520625 Bildpunkte ergibt.

Internationale Bildzeilennorm

Aus der Filmtechnik ist bekannt, dass mindestens 16 Bilder pro Sekunde übertragen werden müssen, damit vom Betrachter ein kontinuierlicher Bewegungsablauf wahrgenommen werden kann und schnelle Bewegungen innerhalb des Bildes nicht zu ruckartig wirken. Die Filmtechnik verwendet heutzutage 24 Vollbilder pro Sekunde, die Fernsehtechnik hingegen 25 Vollbilder pro Sekunde.

 

Am 21. und 22. September 1948 findet eine Tagung in der Rothenbaumchaussee statt, auf der die neue Bildzeilennorm festgelegt wird. Man einigt sich auf 625 Zeilen pro Bild, bei einem Wechsel von 25 Bildern pro Sekunde, im Gegensatz zu vorher 441 Zeilen pro Bild.

 

Im Mai 1950 gibt es eine Einigung der Europäischen Rundfunkunion auf 625 Zeilen pro Bild, dies soll nun die europäische Fernsehnorm sein. England und Frankreich behalten ihre nationalen Normen von 405 bzw. 819 Zeilen bei.

 

Zu Ehren des Koordinators dieser Norm, dem Schweizer Fernsehexperten Walter Gerber, wird sie als "Gerber-Norm" bezeichnet.