Grimme, Adolf


Abb. Grimme, Adolf
Quelle: Staatsarchiv Hamburg © Fernsehmuseum Hamburg e.V.

* 31.12.1889 in Goslar im Sauerland

† 27.08.1963 in Degerndorf am Inn

 

Adolf Grimme ist ein sozialdemokratischer deutscher Kulturpolitiker.

Seine politische Karriere

Sein Staatsexamen in Philosophie absolviert er im Jahre 1914, danach ist er im preußischen Schuldienst tätig; als Studien- bzw. Oberstudienrat in Hannover und bis 1928 als Oberschulrat in Magdeburg. Im gleichen Jahr wird Grimme Ministerialrat im Preußischen Kultusministerium und zum Vizepräsident des Provinzialschulkollegiums von Berlin und Brandenburg ernannt. Von 1930 bis 1932 amtiert er als letzter Kultusminister in Preußen. Als Reichskanzler von Papen die Regierung in Preußen übernimmt, enthebt man ihn im so genannten "Preußenschlag" 1932 seines Amtes.

Der Schulreformer und Sozialdemokrat Grimme

Ende des 2. Weltkrieges wird Grimme zunächst Regierungsdirektor in Hannover und später Volksbildungsminister im ersten Kabinett des Landes Niedersachsen (Hannover). Die britische Militärregierung ernennt Grimme zum Leiter des Schulwesens der britischen Besatzungszone. Grimme ist ein entschiedener Schulreformer und seit 1918 Sozialdemokrat. Nach der Landtagswahl im Jahr 1947 wird Grimme außerdem erneut zum Kultusminister ernannt. Gleichzeitig ist er auch im Zonenbeitrag der Britischen Zone tätig.

Der Generaldirektor des NWDR

Dr. h.c. Adolf Grimme ist nach dem Krieg der erste Generaldirektor des 1945 gegründeten Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR). Er wird Anfang September 1948 vom NWDR- Verwaltungsrat zum Generaldirektor gewählt, ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung 1956 innehat.

Der Adolf-Grimme-Preis

Weil Adolf Grimme ein Idealist ist und die preußischen Tugenden verkörpert, welche Einfluss auf den Beginn der Bundesrepublik  haben und immer noch prägend sind, wird der berühmte Fernsehpreis nach ihm benannt. Der Adolf-Grimme-Preis wird zum ersten Mal 1964 vom Bildungswerk der Stadt Marl vergeben. Seit 1977 ist dafür das Adolf-Grimme Institut zuständig. Der Preis steht für die renommierteste Auszeichnung im deutschen Fernsehen, da er als weitgehend unabhängig gilt. Des Weiteren vergibt das Grimme -Institut den "Grimme Online Award", womit herausragende Online-Leistungen ausgezeichnet werden, die sich mit Fernsehthemen beschäftigen. Im Jahr 1995 wird die Grimme Akademie gegründet, die sich der Aus- und Fortbildung in der Medienbranche widmet.

Auszeichnungen:

  • Goethe Medaille für Kunst und Wissenschaft (1932)
  • Ehrendoktor in Philosophie der  Universität Göttingen (1948)
  • Goethe Plakette der Stadt Frankfurt/ Main (1949)
  • Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern (1954)