Meinungen


Osterballett im Fernsehen. Quelle: Staatsarchiv Hamburg
Quelle: Staatsarchiv Hamburg

Zunächst mit Argwohn und Desinteresse beäugt, wird das Fernsehen schnell zu einem der beliebtesten Unterhaltungsmedien. Seine Wirkung auf Kinder und Jugendliche bleibt jedoch nicht unkritisiert. Zu den Hauptkritikpunkten zählt, dass Kinder zu lange alleine vor dem Fernseher sitzen - und dass sie dem, was sie dort sehen, unkritisch gegenüber stehen.

 

Außerdem ist man besorgt, dass Kinder die Welt nicht mehr im Freien entdecken, sondern nur noch über die Mattscheibe und dementsprechend ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit bekommen. Ein Bild, das von Sensationen geprägt ist, die sie bis in ihre Träume verfolgen.  In der Reizüberflutung durch das Fernsehen wird eine der Ursachen dafür gesehen, dass Kinder in der Schule nicht mehr aufmerksam sind, ihre Schulaufgaben nur flüchtig machen und zu Nervosität neigen. Gleichzeitig bemerkt man, dass Kinder kaum noch Interesse an normalen Tätigkeiten haben. Beim Spielen, Basteln, Lesen und Zeichnen mangelt es sowohl an Aufmerksamkeit, als auch an handwerklichem Geschick. In einer Studie aus Philadelphia stellt man jedoch fest, dass Schulanfänger, die mit Fernsehen aufwachsen einen größeren Wortschatz haben, als die Generation vor ihnen, die noch ohne Fernsehen aufgewachsen sind. Außerdem zeigen diese Kinder eine schnellere Auffassungsgabe und eine deutlichere Aussprache.

 

Unterhaltung statt Wissensvermittlung 

Das Fernsehen bietet die Möglichkeit aktuelle Tatsachen und Ereignisse zu verfolgen und sich über Sitten und Völker aller fünf Kontinente zu informieren. Diesen Blick über den Tellerrand und die damit einhergehende Reifung macht sich bei den Kindern schon sehr viel früher breit, als die ihnen vorangegangenen Generationen. Auch dies nehmen manche mit der Sorge war, dass diese frühe Reifung der kindlichen Psyche schaden kann.  Dem entgegengehalten wird die Meinung, dass das Fernsehprogramm vor allem auf Unterhaltung und eben nicht oder nur sehr begrenzt auf  Wissensvermittlung ausgerichtet ist. Eine Ausnahme sind hier die Jugendsendungen, die aber nicht auf die Psyche der Jugendlichen zugeschnitten sind. Besondere Aufmerksamkeit erregt die Tatsache, dass zunehmend eingekaufte Sendungen aus Amerika gesendet werden. Im Jahr 1960 waren fünf von zehn Jugendsendungen importiert. Einige Fernsehzuschauer sind der Meinung, dass  die Ideen aus den USA übernommen werden soll, um damit eigene Sendungen zu produzieren. Die Auswirkungen des Mediums Fernsehen vor allem auf  Kinder und Jugendliche werden, wie man sieht, schon lange diskutiert. Dem Reiz der bewegten Bilder vermag sich aber trotzdem kaum einer zu entziehen.